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  • Franz

Nördliches Patagonien


Auf dem Cerro Otto in San Carlos de Bariloche

Wir hatten uns soeben von Juan und Isabel und Marcos und Susana in Corcovado verabschiedet um weiter gen Norden zu fahren. Unser Ziel war Bariloche, denn das ist die nächste wirklich größere Stadt, die wir erreichen konnten um das Dach reparieren zu lassen. Auf dem Weg dorthin besuchten wir noch Esquel, ein sehr schönes und angenehmes kleines Städtchen in den Bergen, in der es im Prinzip auch alles gibt, bis auf einen Bootsbauer, der uns mit unserem Dach helfen kann.


Wir übernachteten direkt am Ufer der Laguna Zeta oberhalb von Esquel. Ein traumhaft schöner Bergsee, der uns einen wunderschönen Sonnenuntergang erleben ließ. Wir lernten noch Helena und Christoph aus Soest kennen, die ebenfalls hier standen. Die beiden waren mit ihrem MB Düdo auf dem Weg nach Süden und verweilten ein paar Tage hier bei Esquel. Am kommenden Tag trafen wir dann noch einmal Juan und Isabel, die etwas in Esquel zu erledigen hatten. Das gab uns glücklicherweise noch die Möglichkeit für ein Abschiedsgeschenk, denn Juan und Isabel waren aktuell am Lago Vintter entweder auf das Pferd oder auf das Auto von Christian angewiesen, da ihr eigenes eine tote Batterie hatte. So war das Geschenk klar und die Freude darüber war sehr groß.


Schon am Morgen hatten wir uns für eine weitere Nacht an der Laguna Zeta entschieden, kauften noch die nötigsten Dinge in der Stadt ein und fuhren dann wieder hoch zu den beiden anderen um gemeinsam zu Abend zu essen. Es war sehr lecker und gemütlich in ihrem Düdo. Als wir am nächsten Morgen aufbrachen, gaben wir den beiden noch unseren Kompressor mit, damit sie mal ein bisschen flexibler sind und auch mehr Piste fahren können, denn wir brauchen ihn ja nicht mehr wirklich. Und weiter im Norden gibt es auch mehr Tankstellen, um mal die Reifen wieder etwas aufzublasen.


Wir fuhren weiter nach El Bolsón, ein Städtchen bekannt für sein gutes Wasser und die Möglichkeit Hopfen anzubauen, ergo eine Stadt mit sehr vielen kleinen Brauereien. Das kam mir natürlich sehr gelegen und so wurde ein wenig mehr Bier probiert als sonst. Argentinien hatten wir ja sowieso schon wegen anderer Dinge schätzen gelernt aber Bier brauen können sie definitiv auch (mal abgesehen vom Honigbier). Wir fanden hier einen wunderschönen Platz direkt am Fluss auf einer Kiesbank, wo wir am nächsten Morgen auch Jonathans zweiten Geburtstag feierten. Natürlich hatten wir in der Nacht vorher noch einen leckeren Geburtstagskuchen im Omnia Ofen gebacken 😉


Nachdem ein wenig gefeiert und Geschenke ausgepackt wurden, packten wir zusammen und fuhren nach San Carlos de Bariloche. Hier war eigentlich der Plan, direkt an diesem Freitag noch einen Bootsbauer ausfindig zu machen, allerdings kamen wir genau 6 Uhr abends an und es hatten alle schon geschlossen. So besuchten wir einen kleinen aber feinen Bierausschank (El Rancho Beer), den wir an der Straße entdeckten und ließen uns noch das Manush Bier- und Burgerrestaurant für das Geburtstagsessen in der Innenstadt empfehlen. Es war unglaublich lecker und auch die Kinder liebten die Pommes, was gibt es Besseres zum Geburtstag?!


Anschließend suchten wir einen Platz für die Nacht und fanden leider erst im dritten Anlauf etwas, wo wir stehen konnten. Am folgenden Samstag versuchten wir erneut unser Glück in der Stadt, doch vergebens. Am Nachmittag waren wir zu Alejandro direkt im Nachbarort eingeladen. Er besitzt einen T3 Westfalia und gehört zur kleinen aber feinen T3 Community in Argentinien. Es war wie fast immer mit anderen T3 Fahrern – sehr angenehm und sympathisch. Er versuchte sofort uns noch eine andere Option zu organisieren, wo wir unser Dach reparieren lassen können, was jedoch wirklisch schiwerig zu sein schien. Am kommenden Tag gingen wir endlich mal wieder klettern, sozusagen direkt neben unserem Schlafplatz. Leichte, gut gebohrte Routen, ideal für uns als Familie. Und auch Luisa und Jonathan hatten ihren Spaß. Und siehe da, am nächsten Morgen schrieb uns Alejandro, dass wir am Montagabend ein Date bei Eduardo von Mercury, DER Bootswerkstatt in Bariloche, haben.


Eduardo schaute sich unser Dach und die Gepäckwanne gut an und meinte dann, dass es schnell repariert ist, sofern es nicht schick aussehen muss. Das war ideal für uns, denn schick war nicht mehr viel an unserem Bus, es musste einfach erstmal funktionieren. So ließen wir die Gepäckwanne direkt bei ihm und kamen dann am nächsten Tag zurück um sie abzuholen und in dem Zug auch noch das Dach reparieren zu lassen. Vorher hatten wir eigentlich noch viel vor, doch wir schafften es nur mit der Seilbahn auf den Cerro Otto, Bariloches Hausberg mit einer wunderbaren Aussicht auf die Stadt, den See und die Andencordillere. Leider war zu viel Wind und alles extrem schlecht organisiert, sodass wir oben etwa 1 Stunde warteten um dann mit einem Bus wieder herunter zu fahren. So hatten wir auch nur für eine kurze Dusche bei Alejandro Zeit und fuhren dann schnell wieder zu Eduardo. Es war hervorragend, wir konnten die Gepäckwanne wieder für unsere große schwarze Tasche nutzen und es regnete nicht mehr am Dach hinein. Und das Ganze für ca. 120€.


Bevor wir Bariloche hinter uns ließen, was im Übrigen auch eine sehr hübsche Stadt ist, bummelten wir noch etwas durch die Stadt, kauften neue Schuhe für Jonathan, aßen leckeres patagonisches Eis und fuhren dann weiter nach Norden entlang der Ruta 40 durch den Lanin Nationalpark. Leider fuhren wir in die Nacht hinein, doch es regnete sowieso die ganze Zeit sodass es nicht weiter tragisch war. Am Ende unserer Fahrt suchten wir uns ein Plätzchen nahe San Martín de los Andes, wo wir am nächsten Morgen eine kleine Wanderung unternahmen und dann nach Junín de los Andes weiterfuhren.


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